Strafanzeigen nach Räumung in Münster. Petition an die Rektorin Frau Nelles!

Petition an die Rektorin der Uni Münster, Frau Nelles

Forderungen:
- sofortige Rücknahme aller durch das Rektorat der Universität Münster erwirkten Strafanträge gegen die Besetzerinnen und Besetzer des Audimax.
- Rückkehr zu einem offenen Dialog zwischen allen Mitgliedern der Universität Münster ohne die Androhung von Zwangsmaßnahmen.
- zukünftiger Verzicht des Rektorats auf Polizeieinsätze gegen Studierende auf dem Universitätsgelände.

Erklärung:
Studierende der Münsteraner Hochschulen haben am 4. November das Audimax besetzt, um auf Missstände im Bildungswesen aufmerksam zu machen.
Die Besetzung war notwendig geworden, da im regulären universitären Ablauf eine grundlegende Auseinandersetzung mit den zahlreichen aktuellen Problemen anders nicht möglich war. Es ging nicht um eine Verhinderung von Lehrveranstaltungen, sondern um eine Bereicherung, da in der Studierendenschaft ein breites Interesse an kritischen Diskussionen zu diesem Thema besteht. So nahmen an allen Plena mehr als 200 Studierende teil. In den Abendstunden war der 500 Plätze fassende Hörsaal an beiden Tagen sehr gut gefüllt. Die besetzten Räumlichkeiten standen jederzeit offen und alle Interessierten konnten sich in die Diskussionen einbringen.
Die Besetzung stand zudem im Kontext der österreichischen Bildungsproteste, bei denen Hörsäle aller großen Universitäten des Landes okkupiert wurden. Fast überall zeigten sich die Hochschulleitungen verständnisvoll. Karlheinz Töchterle, Rektor der Universitäts Innsbruck, lobte „Was Sie hier tun, ist Universität im besten Sinne“.
Die Münsteraner Uni-Rektorin zeigte sich hingegen uneinsichtig. Statt die inhaltliche Arbeit zu unterstützen, stellte sie Strafantrag und ließ das Audimax am Freitag Morgen um 6 Uhr von der Polizei räumen, wobei sie nicht einmal den Mut hatte, die Studierenden vorher offen aufzufordern, den Hörsaal zu verlassen, sondern nur eine vage und spekulative Äußerung über eine mögliche Nutzung ihres Hausrechts am Donnerstag Morgen in den Raum stellte.
Am zweiten Tag der Besetzung fand ein Hochschultag statt, an dem sich münsterweit 20 000 Schüler über die Studiensituation informierten. Den BesetzerInnen war es Anliegen, auch diese zu informieren und ließen daher die Veranstaltungen in Kooperation mit den Dozenten stattfinden. Mit allen direkt von der Besetzung betroffenen Personen wurde zusammengearbeitet: Die Hausmeister lobten das korrekte Verhalten der Studierenden, alle Lehrenden wurden kontaktiert und über die Umstände der Besetzung aufgeklärt.
Auch alle anderen Veranstaltungen mussten nicht ausfallen, sondern konnten in andere Hörsäle verlegt werden, was vorher von den BesetzerInnen sichergestellt wurde. Dies war einer von vielen Gründen für die Illegitimität der Räumung. Diese wirft ein beschämendes Licht auf den Umgang der Hochschulleitung mit den Studierenden, und zeigt, welch geringen Stellenwert die studentischen Anliegen im Rektorat haben. Am Morgen der Räumung waren keinerlei Verhandlung möglich. Einzig der Pressesprecher war von offizieller Stelle vor Ort. Versuche, während der Räumung jemanden aus dem Rektorat telefonisch zu erreichen, blieben erfolglos.

Petition unterzeichnen:
www.petitiononline.com/rektorat/

Schlagworte: Besetzung, Münster, Räumung, Repression