Archiv für September 2009

Herbstaufruf des Vernetzungstreffen in Leipzig

Vom 17.-20. Semptember fand in Leipzig ein weiteres überregionales Treffen statt. Dort wurde, neben u.a. ein gemeinsamer Aufruf verfasst, an der Kritik und den Aktionen des Frühsommers diesen Jahres anzuknüpfen.

Auch an unserer Uni besteht Anlass zur Kritik an den bestehenden Verhältnissen und Bedingungen und es bieten sich Ansatzpunkte für direkte Aktionen!
Vollversammlungen wiederaufnehmen!

Der Aufruf zu einer weiteren Bildungsstreik-Aktionswoche im November im Kontext der „Global Week Of Action“ findet ihr unter www.bildungsstreik2009.de (mit näheren Infos) oder hier:

Wir machen weiter!

Bildungsstreikaufruf für einen heißen Herbst

Im Juni 2009 sind in über einhundert Städten 270.000 SchülerInnen, Studierende, Azubis, Lehrende und GewerkschafterInnen gemeinsam auf die Straße gegangen, um gegen die unzumutbaren Zustände im Bildungssystem zu protestieren. Trotz großer Aufmerksamkeit und kleinen Zugeständnissen hat sich nichts geändert – unsere zentralen Forderungen wurden nicht erfüllt.

Wir bleiben bei unserer Kritik! Wir machen weiter! Vom 17. November bis zum 10. Dezember rufen wir deshalb zu neuen Aktionen im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks auf.

Unsere Bewegung ist nicht auf die Bundesrepublik begrenzt, wir stellen den Bildungsstreik in einen internationalen Zusammenhang und solidarisieren uns mit ähnlichen Protestbewegungen in anderen Ländern. Als Auftakt für einen heißen Herbst beziehen wir uns deshalb auf die „Global Week of Action“ und rufen für den 17. November bundesweit zu Demonstrationen und Aktionen auf.

Mit vielfältigen Aktionsformen (Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen, etc.) wollen wir die Krise des Bildungssystems auch nach der Bundestagswahl zur Diskussion stellen und konkrete Veränderungen durchsetzen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt weltweit, dass wettbewerbsorientierte Entscheidungen in allen gesellschaftlichen Bereichen verheerend sind. Deshalb suchen wir das Bündnis mit Gewerkschaften und anderen sozialen Bewegungen, um die Auseinandersetzung im Bildungsbereich als gesamtgesellschaftlichen Konflikt zuzuspitzen.

Dem Einfluss der maßgeblichen politischen und wirtschaftlichen Interessen im Bildungsbereich setzen wir unsere Alternativen entgegen:

* selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungs- und Konkurrenzdruck
* freier Bildungszugang und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studien-, Ausbildungs- und Kitagebühren
* öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft u.a. auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe
* Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen

Nach den Protesten gegen die Hochschulrektorenkonferenz in Leipzig (24.11.) wollen wir in einer bundesweiten Aktionswoche vom 30. November bis 6. Dezember diese Alternativen zum herrschenden Bildungssystem konkretisieren und auf regionalen Bildungsgipfeln zur Diskussion stellen.

Sollten die Verantwortlichen in Regierungen, Ministerien und Hochschulleitungen die berechtigten Forderungen des Bildungsstreiks weiterhin nicht umsetzen, werden wir die Kultusministerkonferenz am 10. Dezember in Bonn massenhaft blockieren und weitere Proteste vorbereiten.

Wir, das bundesweite Bildungsstreiktreffen in Leipzig, rufen alle Bildungsstreikbündnisse und UnterstützerInnen dazu auf, weiter zu machen und sich an neuen Aktionen zu beteiligen. Wir wollen einen heißen Herbst! Ein anderes Bildungssystem ist möglich – und nötiger denn je!

Vernetzungstreffen und Tagung „Humboldt – reloaded?“ in Leipzig 17.-20.September

Einladung zum Bildungsstreik-Vernetzungs- und Arbeitstreffen 17.-20.09. in Leipzig

Vom 17.-20. September finden in den Räumen der Universität Leipzig (Universitätsstraße 1) gleichzeitig zwei Veranstaltungen statt:

I. Zum einen wollen wir uns treffen, um die nächste Bildungsstreik-Runde vorzubereiten. Vorschlag für mögliche Punkte:

- zentrale Diskussion: Planung der nächsten Aktionswoche des Bildungsstreiks
- das nächste bundesweite Treffen
desweiteren (uU in AG’n):
- Pressegruppe
- Materialgruppe
- KMK/HRK
- Berufsschultour
- Vernetzung mit Gewerkschaften und weiteren möglichen Bündnispartnern
- Finanzgruppe
- Internationale Vernetzung

Diese Themen sollten sich wohl so ganz allgemein wiederfinden – wann was besprochen wird, wird vor Ort entschieden, ein Vorschlag wird sicherlich noch erarbeitet.

II. Zum anderen können alle sehr gern zu den Workshops der Tagung “Humboldt reloaded?! Perspektiven im gegenwärtigen Verhältnis von Studium – Arbeit – Leben” kommen, die sich verschiedenen Aspekten studentischen Alltags widmet, aber sicherlich nicht nur für Studis interessant ist.

Mehr Infos auf www.bildungsstreik2009.de

[Reclaim your Education – Global Week of Action] November 2009

Globale Aktionswoche – Reloaded

mehr infos auf http://www.emancipating-education-for-all.org/

Nach dem „Internationalen Aktionstag gegen die Kommerzialisierung von Bildung“ [05.11.2008] und der „Reclaim your Education – Global Week of Action“ [20 – 29.04.2009] einigten sich Bildungsaktivist_innen in mehreren Ländern auf folgenden Zeitrahmen für eine weitere Globale Aktionswoche in diesem Jahr:

5.Nov.2009 [“Warm-up“ Day of united Action] + 9. – 18.Nov.2009. [Global Week Of Action]

Warum dieser Zeitraum? Letztes Jahr rief die „International Students Movement“ zum „Internationalen Aktionstag gegen die Kommerzialisierung von Bildung“ am 5.Nov. auf. Um an diesem anzuknüpfen haben sich mehrere Gruppen dafür ausgesprochen zu einem gemeinsamen „Warm-up Aktionstag“ wieder für diesen Tag aufzurufen. Der 17.Nov. markiert den „International Students‘ Day“. Gruppen auf den Philippinen bereiten bereits Proteste gegen die Kommerzialisierung öffentlicher Bildung an diesem Tag vor.

Die „International Students Movement“ ist eine Plattform, welche von Gruppen und Aktivist_innen auf der ganzen Welt, welche sich gegen die fortschreitende Kommerzialisierung und Privatisierung von Bildung einsetzen, genutzt wird, um sich zu vernetzen und gemeinsam Protestaktionen zu koordinieren.
Die Plattform ist unabhängig von jeglichen politischen Parteien, Gewerkschaften oder sonstigen Institutionen. Sie wird von Basisbewegungen dominiert und ist grundsätzlich offen für alle [Studierende, Schüler_innen, Lehrer_innen, Eltern, Arbeiter_innen, usw.].

Die Zwänge, welche die Kommerzialisierung von Bildung begünstigen und fördern [entfesselt durch den globalen Standortwettbewerb]- wie die Kommerzialisierung aller anderen Lebensbereiche auch, sind auf globaler Ebene zu finden. Um dieser Entwicklung effektiv entgegen zu wirken, müssen sich Gruppen, welche für freie und emanzipatorische öffentliche Bildung kämpfen, sich international und global [wenigstens zu einem gewissen Grad] zusammenschließen.

Die „International Students Movement“ nutzt folgende Hilfsmittel:

* Homepage http://www.emancipating-education-for-all.org/

* die Foren auf dieser Homepage

* ein Verteiler [~3-4 E-Mails pro Woche]

* regelmäßige internationale Chats [1-2 mal im Monat; Einzelheiten werden über den Verteiler geschickt]

Praktikant*innenstreik: Pressemitteilung und Blog-Seite

Eine Initiative von Praktikant*innen ruft zu Streikaktionen am 9.10.2009 auf. Neben einer Pressemitteilung vom 8.9.2009 gibt es auch einen Blog unter http://praktistreik09.blogsport.de/.

Es ist Zeit…

…. zum Streik.

In Deutsch­land ar­bei­ten jähr­lich hun­dert­tau­sen­de Prak­ti­kan­t*innen. Ins­be­son­de­re Hoch­schul­ab­sol­ven­t*innen und Aus­ge­bil­de­te leis­ten ge­winn­brin­gen­de Ar­beit und er­set­zen teil­wei­se volle Ar­beits­stel­len ohne ent­spre­chen­de Be­zah­lung. Unter dem Vor­wand der Aus­bil­dung ist so ein Sys­tem der Aus­beu­tung ent­stan­den. Prak­ti­kan­t*innen be­ge­ben sich unter dem Druck der Krise und dro­hen­der Ar­beits­lo­sig­keit in un­ver­schäm­te und sit­ten­wid­ri­ge Ar­beits­ver­hält­nis­se.

Wir rufen Prak­ti­kan­t*innen dazu auf, sich die­sem Druck nicht mehr zu beu­gen.

Wir weh­ren uns gegen die Ent­wer­tung von Ar­beits­kraft.

Wir sind mehr wert – Prak­ti-​Streik am 09.​10.​09


Pressemitteilung vom 8.9.2009

Start der Kampagne Uns gibt’s nicht umsonst! Student*innen und Absolvent*innen protestieren gegen unfaire Praktikumsbeding­ungen

Uns gibt’s nicht umsonst – deshalb werden wir aktiv! Mit einer Reihe von Aktionen setzen sich Hochschulabsolvent*innen und Student*innen in Berlin ab heute für faire Praktikumsbedingungen ein. Um die Rechte von Praktikant*innen zu stärken und gegen soziale Ungerechtigkeit vorzugehen, rufen wir zum Protest auf. Höhepunkt der Kampagne ist der Praktikant*innen-Streik am Freitag, 9. Oktober 2009, auf dem Potsdamer Platz. Denn: Wer arbeitet, darf auch streiken!

Fast 40 Prozent der deutschen Hochschulabsolvent*innen machen in der Hoffnung auf Festeinstellung nach dem Studium mindestens ein Praktikum, so das Ergebnis einer Studie von 2007, die von der DGB Jugend und der Hans-Böckler-Stiftung in Auftrag gegeben wurde. Rund die Hälfte dieser Praktika wird nicht entlohnt. 39 Prozent aller Praktikant*innen jobben daher neben ihrer regulären Arbeitszeit, der größte Teil muss auf die finanzielle Unterstützung der Eltern zurückgreifen. Damit wird das Praktikum zum alleinigen Privileg derer, die aus dem Familien- oder Bekanntenkreis finanzielle Mittel erhalten. Das Prinzip Praktikum nach Studienende verfestigt somit soziale Unterschiede: Praktikant*in ist nur die*der, die*der es sich leisten kann.

Das unbezahlte Praktikum ist zudem ein gerne und oft genutztes Mittel der Ausbeutung von Absolvent*innen durch Unternehmen. Das Argument des „Lernverhältnisses“ ist längst überholt, Kaffee kochen war einmal: Rund 25 Prozent der Praktikant*innen ersetzen inzwischen eine*n reguläre*n Vollzeitangestellte*n, so die Studie – und das meist ohne angemessene Entlohnung, ohne den Ausgleich von Überstunden und ohne den Anspruch auf gesetzlich vorgeschriebene Urlaubstage. Auch Vergünstigungen bei Krankenkassen, kulturellen Einrichtungen oder öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es meist nicht: Ein*e Praktikant*in hat keinen Status.

Doch wir sind mehr wert! Wir rufen die Generation Praktikum dazu auf, unbezahlte Tätigkeiten nach dem Studium abzulehnen: Sie schadet damit nicht nur sich selbst, sondern auch denen, die sich ein Praktikum nicht leisten können oder die wegen der Flut von Umsonstarbeiter*innen ihre Jobs verlieren.

Von Politik und Unternehmen fordern wir:
Eine klare und gerechte arbeitsrechtliche Regelung für Praktika
Ein Verbot der Substitution von Vollzeitarbeitsplätzen durch Praktika
Eine Vergütung von Praktika für Hochschulabsolventen, die den Lebensunterhalt sichert
Faire Arbeitsbedingungen für Praktikant*innen (schriftlicher Vertrag, Lernverhältnis, Regelungen von Arbeitszeiten, Überstunden, Urlaub, etc.)
Eine Begrenzung der Praktikumsdauer auf maximal sechs Monate

Der Praktikant*innen-Streik 09 wird unterstützt von verdi, GEW Berlin und fairwork e.V. Weitere Kooperationen sind angefragt bei taz – die tageszeitung und der DGB Jugend.

Im Vorfeld des Streiks am Freitag, 9. Oktober 2009 werden Guerilla- Aktionen und Podiumsdiskussionen stattfinden, über die wir weiterhin informieren. Zusätzlich wird über Kanäle des web 2.0 mobilisiert.

Organisiert wird der Praktikant*innen-Streik 09 von acht jungen Menschen mit umfangreichen Praktikumserfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern und Unternehmen. Derzeit nehmen sie als Team an der Praktikumsinitiative creativevillage teil. Der Streik richtet sich jedoch ausdrücklich nicht gegen diese und die an ihr beteiligten Unternehmen, sondern nutzt die im Rahmen von creativeviallge zur Verfügung gestellte Plattform einer eigenen Beilage in der taz, um auf die allgemein vorhandene Problematik um das „System Praktikum“ aufmerksam zu machen.

E-mail: praktikantenstreik09@gmail.de
http://praktistreik09.blogsport.de/

Repression nach Streikaktionen: Bußgelder in Düsseldorf

PM: Polizei Düsseldorf verschickt Bußgeldbescheide

Pressemitteilung der am 20.06.09 im Rahmen des Bildungsstreikes in Düsseldorf verhafteten.

* Polizei Düsseldorf verschickt Bußgeldbescheide an Bildungsstreikende
* Bildungsstreikende wollen Einspruch einlegen
* Unterschriften-Aktion geplant

Derzeitig verschickt die Düsseldorfer Polizei Bußgeldbescheide mit einer Gesamtsumme von 105,62 Euro an Bildungsstreikende aus NRW.

Im Rahmen des Bildungsstreiks war es auf der landesweiten Demonstration am 20. Juni in Düsseldorf zu 137 Ingewahrsamnahmen durch die Polizei gekommen. Die Polizei wirft den Bildungsstreikenden nun eine Ordnungswidrigkeit wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz vor. Laut Polizei hatten sich die Streikenden trotz behördlicher Auflösung der Versammlung nicht vom Ort entfernt.

In Düsseldorf trafen sich am 19. August 2009 um die 50 Betroffenen um ein gemeinsames Vorgehen zu besprechen. Einstimmig beschlossen Sie gegen die Bußgeldbescheide Einspruch zu erheben. Für Sie ist der Fall klar. Das Verhalten der Polizei ist völlig überzogen. Sie werden sich von den Repressalien und Drohungen der Düsseldorfer Polizei nicht einschüchtern lassen und die Sache offensiv angehen. Ihr Recht auf freie Meinungsäußerung werden sie sich nicht nehmen lassen, so war man sich einig.

Eine Konkrete Aktion ist auch schon geplant. Mit einem offenen Brief wollen die Bildungsstreikenden die Düsseldorfer Polizei und das nordrhein-westfälische Innenministerium dazu auffordern, die Bußgelder zurück zu nehmen. Die Repressionen stehen im Widerspruch zum Recht auf freie Meinungsäußerung laut Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1. Das Vorgehen der Polizei fördert das politische Desinteresse der jungen Generation, das ohnehin allgemein beklagt wird.

Pressekontakt: Carlos Cota Castro (0176/24622715 oder presse [@] block-duesseldorf.de) vom Düsseldorfer Bildungsstreikbündnis

Mehr Infos zu Antirepressionsarbeit/Umgang mit Repressionen: http://bildungsstreik2009.de/ im rider auf Antirepression
http://akantirep.co.cc/